April April! Das Ganze war natürlich (oder leider?) ein Scherz, wir bekommen keine Brandübungsanlage und verrauchen natürlich auch nicht dauerhaft die Umgebung. Die vielen hoffnungsvollen Rückmeldungen von Feuerwehrleuten aus dem Kreisgebiet haben uns dennoch sehr amüsiert 🙂

Die Stadt Bad Nauheim plant den Bau einer Realbrandübungsanlage auf dem Feuerwehrstützpunkt in der Schwalheimer Straße, in welcher die Einsatzkräfte künftig unter realistischen Bedingungen die gefährlichste Tätigkeit der Feuerwehr trainieren können.

Bad Nauheim rüstet weiter für die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger auf: Auf dem rückwärtigen Teil des Geländes der Feuerwache soll eine Realbrandanlage entstehen, in der künftig echte Brände zu Übungszwecken entfacht werden. In mehreren Containern können Brandverläufe und Rauchgasdurchzündungen dargestellt werden, mit Temperaturen von mehreren hundert Grad – natürlich unter strengsten Sicherheitsauflagen.

Stadtbrandinspektor Wolfgang Löffler zeigt sich begeistert: „Damit setzen wir in der Wetterau einen neuen Maßstab in der Ausbildung unserer Atemschutzgeräteträger. Endlich müssen wir nicht mehr durch halb Hessen fahren, um realistische Brandübungen durchführen zu können – wir holen das Feuer einfach nach Bad Nauheim. Auch in Bezug auf den Umweltschutz ein echter Gewinn!“ Ihm ist bewusst, dass die Anlage auch eine Belastung für die Bürger darstellt: „Unsere direkten Nachbarn wie die Johanniter Unfallhilfe und die Salus-Klinik, aber auch die Autofahrer auf der B3 werden sicherlich nicht begeistert sein über die zukünftige Rauchentwicklung. Wir bitten aber um Verständnis, denn nur realistische Ausbildung kann unsere Mitglieder auf den Ernstfall vorbereiten.“ Geplant ist bislang, die Anlage mit Altholz aus der Sperrmüllentsorgung zu betreiben. Sie sei aber auch für das Verbrennen von Autoreifen und medizinischen Abfällen aus den ansässigen Kliniken vorgesehen. Dafür werde in besondere Filteranlagen investiert.

Auch Bürgermeister Klaus Kreß unterstützt das Projekt ausdrücklich: „Bad Nauheim ist eine der attraktivsten Städte der Region und dazu gehört auch eine top ausgebildete Feuerwehr. Wenn wir schon für Sicherheit sorgen, dann natürlich mit modernster Technik und echten Bedingungen in der Ausbildung.“ Die Investition passt perfekt zur Strategie der Stadt, den Standort zu stärken, weiter auszubauen und mit unkonventionellen Mitteln den Klimaschutz zu fördern.“ Auf die mögliche Belästigung durch den Brandrauch angesprochen meint Kreß: „Wir werden uns daran gewöhnen. Weniger qualmt es bei meinen privaten Grillparties auch nicht.“

Die Arbeiten für den Bau der neuen Anlage beginnen bereits im April, im Juni soll sie betriebsbereit sein. Die Kameraden der Wehr freuen sich auf einen heißen Sommer.